Auf die Anfrage eines Lesers, ob er sein gebrauchtes Betriebssystem weiterverkaufen dürfe, gibt Ökotest eine teilweise falsche Antwort.

Denn Ökotest übernimmt die von Softwareherstellern gern verbreitete Aussage, dass sie ihre Programme mit einem Schutz gegen Weiterverkauf versehen dürfen. Diese Darstellung ist falsch. Das EuGH gestattet den Herstellern vielmehr nur eine Sicherung – zum Beispiel einen Produktschlüssel –, der eine doppelte Benutzung der Software ausschließt, jedoch in keinem Fall den Wiederverkauf verhindert.

Richtig schreibt Ökotest, dass Software, die einmal gekauft wurde wieder verkauft werden kann, unabhängig, ob diese über eine CD/DVD oder per Download ausgeliefert wurde.

Hier die Zitate aus dem EuGH Urteil(C?128/11), mit inhaltlichen Ergänzungen [in eckigen Klammern] durch li-x:

„Außerdem heißt es im 13. Erwägungsgrund der Richtlinie 2009/24, dass [die Benutzungen] (…) eines rechtmäßig erworbenen Computerprogramms (…) nicht vertraglich untersagt werden dürfen“.

„Jedoch [kann der Hersteller] (…), da er kaum nachprüfen kann, ob der Ersterwerber nicht doch Programmkopien erstellt hat, die er nach dem Verkauf (…) weiterhin nutzen kann. Zur Lösung dieses Problems (…) technische Schutzmaßnahmen, etwa Produktschlüssel, an(zu)wenden.“